Pferde Lexikon

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Fachbegriffe kurz erklärt

Aalstrich: Brauner bis dunkler Strick, der entlang der Rückenlinie des Pferdes entlang läuft. ZBsp legt die Norweger-Zucht Wert auf den Aalstrich bei ihrer Rasse. Aalstriche findet man oft bei robusten Pferderassen. Edle Pferderassen verfügen meist nicht über den Aalstrich.

Abreiten: Die Lösungsphase zum Beginn des Reitens nennt man Abreiten. Das Abreiten dient dem Pferd um locker zu werden, die Muskeln werden gedehnt und erwärmt.

Absitzen: Das Absteigen vom Pferd benennt die Fachsprache mit „Absitzen“.

Abteilung: Eine Reitergruppe in der Reitstunde, die zusammenhängend, unter Anleitung des Reitlehrers, Bahnfiguren reitet.

Bande: Eine Holzumrandung der Reithalle.

Beschäler: Ein Hengst mit Zuchtzulassung.

Blesse: Farbabzeichen am Kopf des Pferdes.

Brandzeichen: In Deutschland gibt es vorgeschriebene Brandzeichen der Rasseverbände. So erhalten Fohlen, die den Holsteinern angehören, einen Brand der ein H beinhaltet, darüber befindet sich eine Krone. Ein Deutsches Reitpony erhält grundsätzlich, sofern es einen Brand erhält, ein Eichenblatt als Brandzeichen. Brandzeichen werden den Pferden in die Haut eingebrand. In anderen Ländern ist es anders geregelt, zBsp in Spanien erhalten Pura Raza Espanola auf jedem Zuchthof die Hofeigenen Brandzeichen der Züchter.

Chaps: Beinschutz des Reiters aus Leder oder Lederimitat. Chaps sind bequem und leicht anzuschnallen. Im Gegensatz zu Lederreitstiefeln bieten sie mehr Beweglichkeit.

Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): Oberster Dachverband der Deutschen Sport-Reiterei. Sitz des Vereins ist in Warendorf. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung ist ein gemeinnütziger Verein.

Doppellonge: Eine Doppellonge wird auf beiden Seiten des Pferdes geführt, außen und innen. An der Doppellonge können viele Lektionen, vom Boden aus, geübt werden, die fürs Reiten wichtig sind.

Durchparieren: Das Pferd wechselt die Gangart, durch Reiterhilfen, nach unten (also Schritt oder Trab) oder wird angehalten.

Einstreu: Stroh, Späne oder anderes Material, mit dem die Pferdebox „eingestreut“ wird.

Exterieur: Das äußere des Pferdes, Körperbau und Erscheinungsbild.

Flehmen: Flehmen beim Pferd bedeutet ein geöffnetes Maul und eine nach oben gestreckte Oberlippe. Das Pferd streckt beim Flehmen den Hals lang nach vorn und den Kopf nach oben. Für den Beobachter sieht das Pferd beim Flehmen aus, als ob es lacht. Flehmen hat jedoch nichts mit Komik zu tun, ein Pferd das flehmt, nimmt eine Witterung auf. Sei es anhand von interessanten Gerüchen oder Pferdeäpfel der Stallgefährten.

Ganaschen: Unteren Übergänge vom Pferdekopf zum Hals.

Gangpferde: Sammelbegriff für Pferderassen, die über mehr als die drei Grundgangarten verfügen. ZBsp Isländer oder American Saddelbred Horses.

Gestüt: Hof auf dem Pferde gezüchtet werden.

Hackamore: Eine gebisslose Art der Zäumung, oft aber auch mit leider sehr kräftiger Einwirkung auf das Nasenbein.

Halbblut: Kreuzung zwischen Voll- und Warmblutpferden.

Hanken: Sammelbegriff für Knie-, Hüft- und Sprunggelenke.

Hilfen, Hilfengebung: Signale des Reiters an das Pferd, unterschieden wird nach Gewichtshilfen, Schenkelhilfen, Zügelhilfen und Stimmhilfen.

Hufschlag: Der äußere Weg des Reitplatzes, rundherum oder der Weg an der Bande, der Reithalle.

Hufschlagfiguren: Bahnfiguren beim Dressurreiten, zBsp Zirkel, Volte, Schlangenlinie durch die ganze Bahn mit 3 oder 5 Bögen, durch die ganze Bahn wechseln , durch die halbe Bahn wechseln , durch die Länge der Bahn wechseln , Mittelzirkel, Viereck verkleinern und vergrößern, einfache und doppelte Schlangenlinie etc..

Interieur: Wesen und Charakter des Pferdes.

Jagdgalopp: Sehr schneller Galopp, mit raumgreifenden Sprüngen.

Kappzaum: Halfterähnliches Zaumzeug, am Nasenriemen mit eingearbeiteten Ringen, meist gebisslos. Der Kappzaum dient zur schonenden Ausbildung junger Pferde. Ideales Longier-Werkzeug.

Kardätsche: Putzbürste mit kräftigen Borsten.

Kruppe: Hinterer oberer Teil des Pferderückens, oberhalb der Hinterbeine.

Leichter Sitz: Diese Bezeichnung beschreibt eine Pferdeschonende Haltung im Galopp, der Reiter sitzt mit dem Gesäß im Leichten Sitz nicht im Sattel, sondern stellt seinen Oberkörper leicht vor. Beim Ausreiten, wird auf härterem oder unebenem Boden ausschließlich im Leichten Sitz galoppiert.

Leichttraben: Der Reiter hebt im Pferdetakt, im Trab, das Gesäß aus dem Sattel, immer zeitgleich mit dem Auffußen des äußeren Forderbein des Pferdes. Leichttraben dient zum Lösen des Pferdes. Das Pferd trägt weniger Reitergewicht und wird im Rücken geschont.

LPO: Abkürzung für Leistungsprüfungsordnung, die von der FN herausgegeben wird. In der LPO stehen die Turnierbedingungen und die Aufgaben (Dressurreiten).

Martingal: Ein Hilfszügel, oft im Springreiten gesehen. Das Martingal soll das Pferd daran hindern, denn Kopf zu hoch zu erheben.

Nasenbremse: Ein Metall- oder Holzstück mit einer Schnur. Eine Nasenbremse ist ein Nasenknebel. Tierärzte nutzen es, um Untersuchungen durchführen zu können.

Parcours: Hindernisbahn beim Springreiten.

Quadrille: Reitabteilung mit mindestens 4 oder mehr Teilnehmern. Vorgeführt werden Bahnfiguren, unterlegt mit passender taktvoller Musik, wie ZBsp Klassik.

Ramskopf: Bezeichnung für besondere Kopfform. Die Stirn ist nach außen gebogen, oft gesehen bei Barockpferderassen und Kaltblütern.

Remonten: Nachwuchspferde in der Ausbildung.

Rossig: Eine Stute ist Empfängnisbereit.

Rückwärtsrichten: Bezeichnung für eine Dressurübung, vorkommend auch in Prüfungen. Das Pferd kommt geradegerichtet zum Stehen und muss aus dem Stehen heraus, durch Reiterhilfen 3 Schritte rückwärts gehen. Perfekt ausgeführt muss es danach wieder gerade stehen, Vorderbeine und Hinterbeine jeweils in einer Linie.

Scheuen: Ein Pferd erschreckt sich und springt weg.

Schopf: Vorderes Haarteil, das über die Stirn des Pferdes hängt.

Schritt: Langsamste Gangart des Pferdes.

Schweif: Hinteres Haarteil des Pferdes, der dazu dient Fliegen und anderes Ungeziefer zu verjagen.

Schweifrübe: Ansatz des Schweifes, die enthaltenen Wirbel bilden das Ende der Rücken-Wirbelsäule des Pferdes.

Spanischer Schritt: Aus der Natur des Pferdes übertragene Figur aus der Hohen Schule. Beim Spanischen Schritt wirft das Pferd abwechseln graziös die Vorderbeine in die Höhe, es geht dabei im Schritt. Der Spanische Schritt kann an der Hand und unter dem Reiter ausgeführt werden. Viele Pferdebesitzer nutzen diese Übung auch als sinnvolle Gymnastizierung der Vorhand.

Staatsprämienstute /-hengst: Für die Zucht vorgesehene Pferde, die in jungen Jahren eine besondere Auszeichnung vom Zuchtverband erhalten haben, durch besondere Leistung, perfektes Exterieur und geprüftes Interieur.

Stehmähne: Kurz geschnittener Mähnenkamm, der nach oben steht. Oft gesehen bei Norwegern.

Volte: Hufschlagfigur beim Dressurreiten, ein kleiner Kreis wird geritten.

Weben: Verhaltensstörung, die oft bei Pferden vorkommt die in der Box gehalten werden. Das Pferd schwenkt den Kopf immer wechselnd von links nach rechts. Weben entsteht aus Langeweile.

Zirkel: Kreisförmige Hufschlagfigur beim Dressurreiten. Ein Zirkel ist ein großer Kreis, der die Hälfte der Reitbahn (20×40) einnimmt.